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Einzelfirma gründen: Verlockend einfach, aber nicht ohne Risiken

16.07.2026 Charly Rupp, Experte für Firmengründungen beim VZ VermögensZentrum

2025 wurden in der Schweiz so viele Firmen gegründet wie noch nie. Unter den Neugründungen sind viele Einzelfirmen. Diese Rechtsform birgt einige Fallstricke.

Im vergangenen Jahr standen in der Schweiz 55 654 neue Firmen am Start – so viele wie nie zuvor. Gut ein Drittel davon sind Einzelfirmen. Nach der GmbH ist dies die beliebteste Rechtsform bei Gründerinnen und Gründern.

Eine Einzelfirma ins Leben zu rufen, ist simpel: Verlangt wird im Prinzip nur eine Geschäftstätigkeit und eine Bestätigung der Selbstständigkeit durch die AHV-Ausgleichskasse. Anders als bei Kapitalgesellschaften braucht es kein Startkapital und nur in Ausnahmefällen eine Bewilligung. Zudem besteht die Pflicht zur Buchführung erst, wenn der Jahresumsatz 500 000 Franken übersteigt. Solange der Umsatz unter dieser Schwelle liegt, genügt eine einfache Übersicht über Einnahmen, Ausgaben und Vermögen. 

Auch ein Eintrag im Handelsregister ist erst ab einem Jahresumsatz von 100 000 Franken vorgeschrieben. Allerdings kann die Registrierung bereits vorher sinnvoll sein: Lieferanten und Kunden zum Beispiel, die einen Auszug verlangen, gibt der Handelsregistereintrag Sicherheit.

Vereinfacht gesagt: Ein Firmenname, der den Familiennamen enthält, und ein ausformulierter Zweck reichen – und schon kann es losgehen. Das ist verlockend und kann funktionieren, wenn man diesen Stolperfallen ausweicht:

Haftung

Im Konkursfall haften die Inhaberinnen und Inhaber persönlich mit ihrem gesamten Vermögen – das ganze Privatvermögen kann zur Begleichung von Schulden herangezogen werden. 

Tipp: Wegen der Haftung sollten Sie genau prüfen, was die Existenz Ihrer Firma gefährden kann und wie gross ein Schaden ausfallen könnte.

Steuern

Weil zwischen Privat- und Firmenvermögen nicht getrennt wird, werden Firmenvermögen und Gewinn in der privaten Steuererklärung deklariert, was Einkommens- und Vermögenssteuern nach sich zieht. Wegen der Progression können so für gute Geschäftsjahre hohe Steuern anfallen.

Tipp: Sie können die Steuerlast senken, indem Sie geschäftlich notwendige Ausgaben vollständig abziehen oder Abschreibungen vornehmen. Einzahlungen in die Altersvorsorge sind oft der stärkste Hebel.

Vorsorge

Bei Vorsorge und Versicherungen sind Inhaberinnen und Inhaber von Einzelfirmen recht frei. Sie müssen sich selbst gegen Krankheit und Unfall absichern und bekommen nur die Rente aus der ersten Säule, wenn sie invalid oder pensioniert werden. 

Tipp: Mit dem Anschluss an eine Pensionskasse können Einzelunternehmer wichtige Risiken kosteneffizient absichern, mehr fürs Alter sparen und Steuern optimieren (Tabelle). Allerdings sind sie bei der Wahl der Pensionskasse eingeschränkt: Sie können nur entweder der Pensionskasse ihres Berufsverbands, jener ihrer Angestellten oder der BVG-Auffangeinrichtung beitreten.